Lippold ben Chluchim

Hoffaktor und Münzmeister unter Kurfürst Joachim II. Hektor am kurfürstlichen Hofe zu Berlin

Lippold ben Chluchim war ein prominenter deutsch-jüdischer Finanzier und Münzmeister, der eine bedeutende Rolle am Hof von Joachim II. Hector, Kurfürst von Brandenburg, spielte. Geboren 1530, diente er als Hofjude des Kurfürsten und unterstützte verschiedene Unternehmungen finanziell, darunter auch Joachims Alchemie-Experimente. Lippolds Position und Einfluss am Hof waren bemerkenswert und spiegelten seine Expertise und Fähigkeiten auf dem Finanzsektor wider.

Lippolds Leben nahm nach Joachims Tod im Jahr 1571 eine tragische Wendung, als er fälschlicherweise der Vergiftung des Kurfürsten beschuldigt wurde. Diese grundlose Anschuldigung entfachte einen antijüdischen Mob, der zu Plünderungen von Häusern, der Entweihung der Synagoge und der Vertreibung aller Juden aus Brandenburg führte. Lippold selbst wurde inhaftiert und schließlich 1573 getötet, als er auf dem Marktplatz brutal verbrannt und gevierteilt wurde. Jahrhunderte später wurde sein Vermächtnis in einem antisemitischen Lehrbuch von Ernst Dobers missbraucht, der Lippold für seine angeblich überhöhten Zinsen kritisierte und damit ein negatives und ungenaues Bild dieser historischen Figur weiterverbreitete.