Morenu
religiöser Titel im Judentum
Morenu ist ein Titel von großer Auszeichnung in der jüdischen Gemeinde, der einem Mann verliehen wird, der ein hohes Maß an religiöser Bildung erlangt hat. Der Begriff, der seine Wurzeln in der talmudischen Tradition hat, wird seit dem 14. Jahrhundert verwendet. Er wird typischerweise an Personen verliehen, die ein tiefes Verständnis des jüdischen Rechts und der Schrift gezeigt haben und oft als notwendige Voraussetzung für die Übernahme der Rolle eines Rabbiners betrachtet wird.
Die Verwendung des Morenu-Titels hat ihren Ursprung in Deutschland, wo er als Teil der alten Sitte der Ordination oder "Semikhah" von R. Meïr b. Baruk ha-Levi, einem prominenten Rabbiner von Wien, im späten 14. Jahrhundert wiederbelebt wurde. Nach dieser Wiederbelebung wurde der Titel an Rabbiner verliehen, die die Ordination durchlaufen hatten, einschließlich bekannter Persönlichkeiten wie R. Shalom von Österreich und R. Jacob Mölln, auch bekannt als MaHaRiL. Der Titel wird oft abgekürzt und vor den Namen des Gelehrten gestellt, wie im Beispiel von MaHaRaL, das für Morenu ha-Rav Loew steht.