David P. Boder

deutsch-amerikanischer Psychologe

David P. Boder war ein prominenter lettisch-amerikanischer Professor für Psychologie, der eine Position am Illinois Institute of Technology innehatte. Seine Arbeit erstreckte sich über den akademischen Bereich hinaus, da er 1946 ein bedeutendes Projekt zur Dokumentation der Erfahrungen von Holocaust-Überlebenden in Europa durchführte. Dieses Vorhaben markierte einen wichtigen Meilenstein in der Psychologie und der historischen Aufzeichnung.

Boders Reise nach Europa im Jahr 1946 resultierte in der Sammlung von über hundert Interviews, die insgesamt 120 Stunden Aufnahmen umfassten. Mit Hilfe eines Drahtrecorders, den sein Kollege, Professor Marvin Camras, entwickelt hatte, wurde Boder zur ersten Person, die systematisch die Aussagen von Holocaust-Überlebenden aufnahm. Seine Bemühungen haben eine hoch geschätzte primäre Quellenreferenz hervorgebracht, die wertvolle Einblicke in die Erfahrungen derer bietet, die den Holocaust überlebt haben. Als solche bleibt Boders Arbeit ein bemerkenswerter Beitrag zur Psychologie und historischen Dokumentation.