Hans Rothfels

deutscher Neuzeithistoriker

Hans Rothfels war ein deutscher Historiker, der 1891 geboren wurde und dessen frühe Ansichten mit dem Konzept eines starken, autoritären deutschen Staates und der Dominanz des Landes über Europa übereinstimmten. Seine Perspektive spiegelte auch einen gewissen Grad an Feindseligkeit gegenüber Deutschlands östlichen Nachbarn wider. Seine persönlichen Umstände sollten jedoch seinen Lebensweg drastisch verändern. Als Historiker jüdischer Abstammung sah sich Rothfels mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, insbesondere mit dem Aufstieg des Nazi-Regimes und seiner zunehmend aggressiven Verfolgung von Juden.

Die Ablehnung seiner Bewerbungen um den Ehrenarier-Status aufgrund seiner jüdischen Herkunft zwang Rothfels ins Exil, zunächst in das Vereinigte Königreich und dann in die Vereinigten Staaten, während des Zweiten Weltkriegs. Diese Zeit im Ausland markierte einen bedeutenden Wendepunkt in seiner politischen Haltung, als er zu einem ausgesprochenen Gegner des Nazi-Regimes wurde. Nach dem Krieg kehrte Rothfels nach Westdeutschland zurück, wo er eine wichtige Rolle bei der Gestaltung der historischen Forschung des Landes spielte. Er wurde zu einer einflussreichen Figur unter den westdeutschen Gelehrten und trug zur Entwicklung des Geschichtsunterrichts in der Region bei, bis zu seinem Tod im Jahr 1976.