Otto Robert Frisch
österreichischer Atomphysiker in England
Otto Robert Frisch war ein prominenter österreichischer Physiker, dessen Arbeit sich hauptsächlich auf die Kernphysik konzentrierte. Seine Forschungskarriere war geprägt von bedeutenden Kooperationen, darunter seine Arbeit mit Otto Stern und Immanuel Estermann, bei der sie den magnetischen Moment des Protons erfolgreich maßen. Eine weitere bemerkenswerte Kooperation war die mit seiner Tante, Lise Meitner, mit der er wesentliche Beiträge zum Verständnis der Kernspaltung leistete. Gemeinsam entwickelten sie die erste theoretische Erklärung des Phänomens und identifizierten experimentell die Nebenprodukte der Spaltung.
Frischs Arbeit nahm während des Zweiten Weltkriegs, insbesondere 1940, eine entscheidende Wendung, als er zusammen mit Rudolf Peierls den theoretischen Mechanismus für die Detonation einer Atombombe entwarf. Diese Pionierarbeit legte den Grundstein für zukünftige Entwicklungen in der Kernphysik. 1945 leitete Frisch die Experimente mit den kritischen Anordnungen in Los Alamos, ein Projekt, das in der ersten erreichten Promptkritikalität mit dem Dragon-Gerät gipfelte. Dieses Experiment war ein Meilenstein, der Frischs zentrale Rolle bei der Weiterentwicklung der Kernphysik und ihrer Anwendungen unterstrich.